1833 fingen die Wjatkaer Kaufleute an, im wirtschaftlich erfolgreichen Kreis Urzhum des Gouvernements Wjatka Sprit aus dem zur Maische verarbeiteten Nahrungsrohstoff durchs Destillationsverfahren mit einer Rektifizierungsanlage zu brennen.   

 

Dies Verfahren der Feinspritproduktion ist heutzutage alltäglich, aber damals war es eine von den europäischen Produzenten übernommene Innovationstechnologie, wie unsere Zeitgenossen jetzt sagen würden. In Russland war die Produktion des Kornbranntweines durchs Destillationsverfahren in jenen Zeiten verbreitet. Später, 1895, wurde dies Spritproduktionsverfahren verboten.

Aber in der Brennerei Roj, die im selben Jahre 1833 beim Örtchen Lazarewo im Kreis Urzhum des Gouvernements Wjatka aufgebaut worden war, bereitete man sich schon auf die Wodkaabfüllung in die Glasflaschen vor und verkaufte man den Wodka nicht mehr eimerweise, wie es sonst überall der Brauch war.

 

Brennerei Roj wurde vom Kollegiensekretär Lazar Pavlovich Matveev auf seinem eigenen Grundstück gegründet. Zu diesem Zweck hatte er das Ackerland, das Holz für die Bauarbeiten und Heizung, reines Quellenwasser zur Genüge und billige Arbeitskräfte. Im Betrieb arbeiteten nur Männer, da fast alle Arbeiten in der Produktion körperlich anstrengend waren. 1896 brach ein Feuer im Betrieb aus, so dass fast alle Holzbauten abgebrannt waren. Schon im nächsten Jahr 1897 war die Wiedererrichtung der Fabrik aus Ziegelstein fertiggebracht. Die „neue“ Fabrik bewährte sich viel besser als die ehemalige. Die Brennerei wurde neuausgerüstet, es wurde eine Dampfmaschine, die den Pferdeantrieb ersetzte, neue Pumpen für Wasser und flüssige Nahrungsrohstoffe installiert, die Kapazität erhöht. 1898 produzierte Brennerei Roj 176 000 Eimer Kornbranntwein gegen 100 000 in 1840. Seit 1897 fing die Brennerei an, Likör- und Branntweine je 999 Eimer pro Jahr herzustellen. Den dafür notwendigen Rohstoff (Honig, Beeren, Trockenblüten) kaufte der Fabrikherr im Kreis Urzhum und im Nachbarkreis Malmyzh des Gouvernements Wjatka ein. Der Wodka und die Branntweine wurden in Flaschen mit den Firmenetiketten mit der Aufschrift darauf: „Sprit, produziert von der Firma Witwe und die Nachfolger von L.P. Matveev, Ort Lazarewo, Gouvernement Wjatka“ abgefüllt. Die Qualität der Erzeugnisse war gut, was durch 2 Medaillen nachweisbar war. Die Fabrik verarbeitete für Sprit hauptsächlich Getreidekulturen. Bei der Beschaffung wurde nur das Getreide von hoher Qualität ausgewählt, da der Spiritusanfall nicht nach dem Stärkegehalt, sondern vom Pud des verarbeiteten Mehls ausgehend berechnet wurde.  Sowohl in den Zeiten der Fa. Matveev als auch in weiterer Folge wurde auf die Rohstoffbeschaffung besonderes Augenmerk gerichtet, da sie die Hauptkennziffer für die erfolgreiche Finanzlage des Betriebes war.

 

 

InderZeitdesimperialistischenKriegesunddanachdesBürgerkriegesschaffteesdieBrennerei, zubestehenundihreMaterialwertezubehalten. Nach 1921 fing der Betrieb an, die Bauten und Ausrüstung zu renovieren. 1925 nahmBrennereiRojdieSpritproduktionwiederauf. Der erzeugte Sprit wurde in die Brennerei Urzhum durch Wagentransporte geliefert. In jener Zeit erzeugte Brennerei Urzhum aus dem in Roj produzierten Sprit normalen Kornbranntwein mit 38 Vol.-%, Tischbranntwein mit 40 Vol.-% und Edelbranntwein mit 43 Vol.-%. Die Abfüllung erfolgte in Flaschen verschiedenen Volumens von ¼ bis 1/200 Eimer. Den Verkauf tätigte man in den fiskalischen Läden im Gouvernement Wjatka und Mari-El. DieLadenverkäuferwareninderBrennereifestangestellt. Ebenso wie vor vielen Jahren stellt heute Brennerei Urzhum preiswerte Erzeugnisse von hoher Qualität her, nur sind jetzt im Angebotverzeichnis schon über 50 Warenbezeichnungen. Allein Branntweine gibt es über 14. Gleichsam die Aufgaben der Verdrängung von Surrogaten erfüllend, die noch im 19. Jahrhundert vom Kaiser Alexander dem III. und seinem Minister Sergei Iulyevich Schmidt gestellt worden sind, produziert die Brennerei auch heutzutage preiswerte Erzeugnisse von hoher Qualität.

 

Nachdem sich die Brennereien Roj und Urzhum in einen Betrieb vereinigten, stellt jetzt Brennerei Urzhum ein vertikal integriertes Unternehmen dar, das die besten Traditionen von den zwei ältesten Betrieben seit 1833 pflegt. Dazu gehören die strengste Qualitätskontrolle bei der Auswahl des Rohstoffs für die Spritproduktion, die Verarbeitung nur des selbst angebauten Getreides von hoher Qualität, des reinsten artesischen Wassers aus dem Bohrloch von 70 m tief und der Naturzutaten (Honig, Blüten, Beeren) nur aus den hiesigen Wäldern, die weit weg von den qualmenden Werken liegen. Nach Ablauf von fast zwei Jahrhunderten ist der technologische Prozess der Spritproduktion aus dem Nahrungsrohstoff (Brennerei Urzhum verarbeitet nur den Roggen, der extra für diesen Zweck auf den Feldern ihres Agrarbetriebes angebaut wurde) kontinuierlich und vollautomatisch. An allen Fertigungsstufen wird die Qualitätskontrolle ausgeführt und die technologische Disziplin streng eingehalten. Die Fachkräfte kontrollieren die Qualität mit den neuesten Kontroll- und Messgeräten – Chromatographen, die es ermöglichen, nicht nur fast jede Spurenschnellanalyse der Sprite auszuführen, sondern auch deren mathematische Bearbeitung zu machen, die Dauer und Abweichungen von der Analyse der Qualitätskontrolle zu reduzieren. Die Destillationsprozesse der Maische gehen mehrere Etappen durch, während deren sich der Sprit anreichert und sich von einem gewissen Teil der Begleitstoffe befreit. Im Ergebnis bekommt man rektifizierten (feinfiltrierten)  Sprit gemäß GOST R 51652-2000. Heutzutage macht es die Rektifizierungstechnologie möglich, Sprite herzustellen, die um eine Größenordnung weniger Begleitstoffe enthalten, als es vom GOST vorgesehen ist.

 

Die von der Offenen Aktiengesellschaft Brennerei Urzhum erzeugten Spritmengen lassen die Bedürfnisse für die Likör- und Branntweinproduktion der Brennerei sowie für die Produktion von gespriteten Fruchtsäften vollständig befriedigen.

 

Wie in den Jahren der Entwicklung bleiben die Menschen der Hauptwert des Betriebes. Im Laufe von schon einigen Jahrzehnten arbeiten in der Brennerei Urzhum die Dynastien von Khramovs, Petrins, Akhmatgaleevs-Gabitovs, Pirogovs-Vakhrushevs, Kokorins, Sergeevs, Sabirovs, ohne jedoch alle aufzählen zu können. Dank ihrer Arbeit gelingt es, die Traditionen und Qualität von allen hergestellten Erzeugnissen zu behalten, worauf die ganze Region stolz ist und welche von den Käufern und Fachleuten anerkannt sind. Brennerei Urzhum stellt 2 Sorten Sprit her: Primasprit und Lux-Alkohol. Das ist ein Bionaturprodukt von gentechnisch modifizierten Organismen garantiert frei. Solche Arbeitsweise verdient die Anerkennung der Fachleute in der Branche, was im Laufe von einigen Jahren durch Goldmedaillen im Internationalen Spirituswettbewerb nachgewiesen wird. Heute sind im Prämienvorrat des Betriebes beinahe 500 Wettpreise von verschiedenem Wert für alle Erzeugnisarten.